#7 Über die Ruta del Mar Richtung Süden

Los geht es…!

Ich freue mich riesig, dass ich endlich losfahren kann. Das Motorrad ist schnell gepackt und von Günter, von dem ich viel über Land und Leute erfahren habe, verabschiede ich mich herzlich.

In ca. 6 -8 Wochen werde ich nach Vina del Mare zurückkehren, um meine dort deponierten Reifen zu montieren.

Um den Moloch der Großstadt zu entfliehen fahre ich direkt auf die Autobahn, um nach 80km dann auf kleinere Straßen zu wechseln. Es ist 10:00Uhr und an der Küste noch kühle 15’C, die Sonne wärm aber schon kräftig.

Die Ruta del Mare, die chilenische Küstenstraße wird mich die nächsten Tage begleiten. Sie windet sich in schönen langen Kurven häufig bis direkt ans Meer, wo man die kräftige Brandung sehen kann. Gelb blühende Ginsterwälder säumen den rauen Asphalt der hier aus einer Art Lavagestein zu sein scheint. Schnell fahre ich meine Kilometer zusammen, obwohl ich häufig anhalte um die Landschaft zu genießen. Es weht nach wie vor ein sehr kräftiger Wind, worauf ich beschließe mir eine typische Cabana zu mieten. Cabanas sind recht einfach gehaltene Wochenendhütten in mannigfaltigster Ausführung. Man wundert sich was man alles aus zusammengestellten Überseecontainern so bauen kann, ein wenig mit Holz verkleidet und oben auf noch ein schönes Sonnendeck und fertig ist eine traumhafte Unterkunft.

Ich schlafe gut. Am nächsten Morgen komme ich aus der Dusche und sehe noch aus dem Augenwinkel etwas hinter der Tür verschwinden. Bei genauerem Hinsehen erblicke ich einen mittelgroßen schwarzen Skorpion. Schnell ist dieser gefangen und sicher untergebracht.

Wie ich später dann erfahre, sind die örtlichen Skorpione nicht tödlich.

Ausgeruht starte ich in den nächsten Fahrtag, der mich wieder mit strahlendem Sonnenschein empfängt. An diesem Abend schlafe ich für 11€ in einem unbewirtschafteten Hostel, da der Wind ein Campen nicht angenehm macht. Es ist Samstag und überall wird die Volkssportart Nummer eins ausgeführt. Überall wird gegrillt, nein es wird nicht nur einfach gegrillt. Die Chilenen sehen das als gesellschaftliches Ereignis mit vielen Freunden, lauter Musik und ausgelassener Stimmung. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen um diese sehr schöne Art der Freizeitgestaltung zu leben…ja, hier wird grillen gelebt!

Zügig sitze ich am nächsten Morgen auf der Twin und fahre weiter gen Süden. Es ist Sonntag der 1.Advent. Die Sonne strahlt bei blauem Himmel. Aber das Blau des Himmels ist nicht nur einfach blau, sondern blau in einer Intensität wie wir es in Europa nicht kennen. Die Strecke schlängelt sich in schönen Kurven von Dorf zu Dorf. In den Dörfern trifft man sich zum Gebet an den Kirchen, alle schön gekleidet und ab und zu sogar mit einer Tracht. Viele Herren tragen dunkele Hosen mit passenden Westen, ein weißes Hemd und immer ihre großen Hüte mit der überbreiten Krempe.

Es ist bereits Nachmittag als ich plötzlich beschließe die Ruta del Mare zu verlassen, um endlich das zu sehen was so typisch ist für den Süden von Chiles … schneebedeckte Vulkane! Ich habe genug von der doch stark bevölkerten Küstenstraße und als ich ein Wegweiser sehe auf dem der Osorno abgebildet ist, fahre ich die nächste Straße einfach Richtung Inland. Die Straße folgt einem sehr großen See an dem gebadet und natürlich gegrillt wird. Auf den nächsten 75km steigt die Außentemperatur von angenehmen 22’C auf 34’C an. Die Landschaft ist ein Traum. Sattes kräftiges Grün in allen Schattierungen verwöhnen das Auge und die Seele. Die Straßen sind hervorragend und erinnern mich häufig an die, aus dem Motorradparadies Teneriffa. Endlose Serpentinen eingefügt in einen grandiosen Landstrich. Und dann ist es soweit. Ich fahre über eine Bergkuppe, als sich vor mir eine weite Aussicht öffnet und ich am Horizont gleich fünf schneebedeckte Berge und Vulkane sehe die sich schneeweiß aus der grünen Landschaft in den stahlblauen Himmel strecken. Unglaublich diese Schönheit. Es ist spät, als ich zu meiner Unterkunft komme und nach einem schönen kühlen Bier falle ich sehr müde in mein Bett.

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@DanniMoto

5 Kommentare zu „#7 Über die Ruta del Mar Richtung Süden“

  1. Wirklich toll geschrieben! Bin gespannt auf die nächsten Erlebnisde und Berichte! DAS nenn ich Abenteuer! Viel Spaß und alles, alles Gute!
    Hook

  2. Hi Danny, du lebst meinen Traum!!
    Ich habe soeben von Basti den Link zu deinem Block erhalten und werde fortan jede Neuigkeit aufsaugen 😉
    Ich bin sehr gespannt wohin und zu wem dich diese Reise bringen wird…auf jeden Fall aber zu dir selbst.
    Ganz viel Spaß und Glück wünscht dir Judith

  3. Hey Danni – ich freu mich sehr für Dich – ein Traum !!
    Viel Glück und viel Spaß auf Deiner Tour – bin gespannt auf Deine weiteren Berichte – Danke Dir hierfür !
    LG Friedo

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